Beim Diasporahaus 7
72414 Rangendingen-Bietenhausen
Tel.: 07478 880
Fax: 07478 8819
info@diasporahaus.de
Diasporahaus Bietenhausen e. V.
Konto 863 00 724
Sparkasse Zollernalb
BLZ 653 512 60
Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender,
zur Advents- und Vorweihnachtszeit übermitteln wir Ihnen herzliche Grüße aus dem Diasporahaus. Für Ihre Unterstützung, mit der Sie unsere Arbeit bedacht haben, bedanke ich mich ganz herzlich.
Auch in diesem Jahr nehme ich unseren Weihnachtsbrief zum Anlass, Sie über unsere Arbeit zu informieren.
Unsere Wohngruppe „Juno" haben wir am 1. März 2009 eröffnet. Das Betreuungsangebot in dieser Wohngruppe richtet sich insbesondere an junge schwangere Mütter. Inzwischen leben dort vier junge Mütter, aktuell zwei davon mit ihren Babys und zwei Mädchen, ohne schwanger zu sein, die jedoch diesen besonders beschützenden Rahmen in einer von Frauen geprägten Umgebung brauchen.
Aber nicht nur junge Mütter finden eine Heimat in unserer Wohngruppe Juno.Anfang. November haben wir als „Notaufnahme" zwei Geschwisterkinder (zwei und vier Jahre alt) aufgenommen. Der zweijährige Junge wurde von dem Lebensgefährten der Mutter schwer misshandelt und missbraucht, das vierjährige Mädchen fiel ebenfalls schweren Misshandlungen zum Opfer. Die Mutter war nicht in der Lage, ihre Kinderdavor zu schützen
Von den körperlichen Verletzungen abgesehen, sind die beiden Kinder schwerst seelisch misshandelt zu uns gekommen. Sie haben in einer Umgebung voller Angst und Gewalt gelebt und waren deutlich unter- und mangelversorgt. Sie wurden nicht richtig ernährt und sind in den Wintermonaten unterkühlt in den Kindergarten gekommen.
In Fachkreisen wird ein solches Vergehen an Kindern als „Seelenmord" bezeichnet.
Derartige Notaufnahmefälle aus unserer Region wegen Missbrauchs und Misshandlungen nehmen stetig zu.
Kürzlich hatten wir in einem anderen Zusammenhang ein Gespräch mit einer Firmen-inhaberin aus der Region, die sich für unsere pädagogische Arbeit interessiert.
Zitat: ....."Sie haben mir die Augen geöffnet, dass auch hier in dieser wunderschönen Gegend Kindern schreckliche Sachen angetan werden..."
Solche Dinge passieren nicht nur in den Großstädten, sondern leider häufig auch in kleinen Dörfern in unserer nächsten Nähe.
Aber nicht nur aus unserer unmittelbaren Region nehmen die Aufnahmen von schwerst bindungsgestörten und traumatisierten Kindern stetig zu. Zum Teil kommen die Kinder direkt aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie z. B. aus Stuttgart vom Olgahospital in unsere Wohngruppen.
Viele dieser Kinder sind in ihrem Verhalten so bizarr und schwer integrierbar, dass selbst unsere Schule diese Kinder im Klassenverband kaum beschulen kann. Mit zusätzlichem Personal aus unseren Wohngruppen, das nicht im Regelentgelt enthalten ist, versuchen wir, diesen Kindern bei uns eine Zukunft zu geben. Anträge auf sog. „Individuelle Zusatz-leistungen", die wegen des pädagogischen Bedarfs notwendig sind, werden nicht geneh-migt. Die angemessene Pädagogik und die zusätzlichen therapeutischen Hilfen bleiben unsere Aufgabe: und an dieser arbeiten wir - auch ohne direkte Gegenfinanzierung.
Als diakonische Einrichtung fühlen wir uns dazu verpflichtet.
Damit ermöglichen Sie die Unterstützung zahlreicher Einzelschicksale das ganze Jahr über vielen Kindern die notwendige pädagogisch-therapeutische zusätzliche Einzelhilfe. In besonders schweren Fällen ist eine rund-um-die-Uhr-Betreuung notwendig.
Ohne Ihre Unterstützung und finanzielle Mithilfe können wir unsere diakonische Verant-wortung für viele unserer Kinder nicht wahrnehmen oder würden wie die meisten anderen Einrichtungen an der Übernahme dieser Verantwortung scheitern. Die Kinder, die wir aufnehmen, haben eine hohe seelische Bedürftigkeit. Sie brauchen Verlässlichkeit und Zuwendung. Ein „Scheitern" bedeutet in aller Regel Abbruch der Maßnahme, erneute Enttäuschung und Verlust von Vertrauen zu Erwachsenen.
Tragen Sie dazu bei, diesen Teufelskreis in den Lebenserfahrungen dieser Kinder zu unterbrechen.
Ich bedanke mich bei Ihnen im Namen aller, denen wir im Jahr 2009 mit Ihrer Spende helfen konnten, und freue mich, im kommenden Jahr wieder unsere Kinder, Jugendliche und Familien mit Ihrer Hilfe konkret unterstützen zu können.
Ich grüße Sie ganz herzlich und wünsche Ihnen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.
Ihr
Gerhard Jauß
Direktor
Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender,
unseren diesjährigen Weihnachtsbrief an Sie möchte ich vor allem zum Anlass nehmen, Ihnen Grüße aus dem Diasporahaus zu übermitteln und mich herzlich für Ihre bisherige Unterstützung zu bedanken.
Das Wort „Unterstützung" greife ich bewusst auf, um Sie über den Stand der letzten drei Spendenprojekte zu informieren. Diese Projekte sind nach wie vor aktuell. Deshalb möchten wir weiter dafür werben.
..... damit frühe Hilfen nicht zu spät kommen! (Spendenprojekt vom Juli 2007)
Im Frühsommer 2007 haben wir in unserer Wohngruppe Hofgarten in Hechingen
3 Mutter-Kind-Plätze eingerichtet. Damals berichteten wir von der 16-jährigen schwangeren Anna. Beide - die junge Mutter und ihr kleiner Sohn fühlen sich sehr wohl und machen Fortschritte in der Entwicklung. Anna konnte inzwischen aus der stationären Betreuung in eine selbstständige Wohnform entlassen werden. Sie hat mit einer Ausbildung begonnen und ihr kleiner Sohn wird von einer Tagesmutter betreut.
Seit Sommer 2008 bieten wir in einer zweiten Wohngruppe weitere 3 Plätze an.
Der Bedarf an Plätzen für junge (meist minderjährige) schwangere Mädchen steigt kontinuierlich.
Deshalb werden wir Anfang 2009 ebenfalls in Hechingen im Gebäude der ehemaligen Wohngruppe Eveltstraße weitere 6 Mutter-Kind-Plätze einrichten.
(Spendenprojekt vom Advent 2007)
Hier steht die Versorgung von Kindern - die sich bei uns nicht unmittelbar in einer Betreuungsform befinden - im Mittelpunkt. Mit Spendengeldern ist es uns möglich, einen Mittagstisch für die Kinder bereit zu stellen, die zu Hause unterversorgt sind oder deren Eltern sich einen Unkostenbeitrag von maximal 3 EURO pro Essen nicht leisten können. In Meßstetten werden nur 50 Cent incl. Getränke - als symbolische Eigenbeteiligung - erhoben. Selbst diesen kleinen Betrag können sich manche Eltern zusätzlich nicht leisten.
Aber jetzt in der kalten Jahreszeit ist der Bedarf besonders groß.
Folgende Angebote konnten wir mit Hilfe Ihrer Spende fortsetzen und ausbauen:
Das Jugendbüro in Meßstetten bietet seit 2003 im Jugendgruppenraum der Burgschule 2 x pro Woche ein Mittagessen für Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen an. Inzwischen nehmen donnerstags fast 50 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren dieses Angebot an (vor drei Jahren waren es noch zwischen 10 und 15 Kinder).
Die sozialpädagogische Familienhilfe bietet in ihren Räumen in Balingen seit 2006 für die betreuten Familien und Jugendlichen an zwei Wochentagen ein Mittagessen an. Derzeit wird dienstags diese „Cantina" von 6 Familien mit ihren Kindern im Alter von 8 Monaten bis 12 Jahren besucht.
Donnerstags nehmen vor allem Schüler der Balinger Haupt- und Realschulen, Auszubildende des Berufsschulzentrums Balingen die von uns ambulant betreut werden, sowie Schüler unserer Schule für Erziehungshilfe das Angebot der „Cantina" wahr.
Nach dem Vorbild von Balingen gibt es seit September 2008 auch in der sozialpädagogischen Familienhilfe in Hechingen ein wöchentliches Mittagessensangebot. Daran nehmen 3 Elternteile, Kinder und Jugendliche teil. Auch hierfür wird ein kleiner Selbstkostenbeitrag erhoben. Zusätzlich wird für die Jungen-Gruppe (8 Personen) 1 x pro Woche ein Mittagessen zubereitet.
Im Rahmen der Sozialen Gruppenarbeit in Ergenzingen bekommen 2 Kinder einen Zuschuss zum Mittagessen, da sie sonst an dem Ganztagsangebot der Schule nicht teilnehmen können.
In Kooperation mit der Albert-Schweizer-Förderschule in Hechingen ist geplant, an Tagen ohne Nachmittagsschule ein Mittagessen für bedürftige Schülerinnen und Schüler anzubieten. Die Schule führte eine Erhebung durch, wie viele der Eltern möglicherweise den Unkostenbeitrag für das Schülermittagessen nicht aufbringen können. Es stellte sich heraus, dass ca. 55 % der Schüler in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen aufwachsen müssen, insbesondere bedingt durch Arbeitslosigkeit, Alleinerziehung, Überschuldung oder geringem Einkommen.
Dieses Angebot soll in unserem Gebäude „Klösterle" stattfinden, sobald die Sanierungsmaßnahmen durch die Hochwasserschäden abgeschlossen sind.
(Spendenprojekt vom Sommer 2008)
Das Pferd in der Therapie ermöglicht eine ganzheitliche Förderung und Erfahrung – auf der körperlichen, geistigen und emotionalen Ebene.
Das heilpädagogische Reiten erhalten vorwiegend die Kinder aus unseren Wohngruppen, die oft jahrelangen schweren Missbrauchs- und Gewalterfahrungen ausgesetzt waren und bei denen bisherige therapeutische Hilfen nicht den gewünschten Erfolg brachten.
Wir sind vom Erfolg dieser wertvollen Therapieform überzeugt, da sie erfahrungsgemäß oft die einzige Methode ist, den betroffenen Kindern eine „normale“ Mensch-Mensch-Beziehung zu vermitteln.
Die bisherigen Spendenmitteln haben ermöglicht, das Angebot der Reittherapie zu erhalten. Auch kleinere Anschaffungen wie: Ein Sattel und ein Voltegiergurt waren mit Ihrer Hilfe möglich.
Dieser kurze Bericht soll Ihnen vermitteln, wie die Spendengelder konkret eingesetzt wurden. Alle Spenden werden für das vorgesehene Projekt bzw. für den vorgestellten Zweck verwendet.
Ihre Unterstützung hat wesentlich dazu beigetragen, unsere pädagogischen und therapeutischen Hilfen für unsere Kinder und Jugendlichen konkret und erfolgreich – über die entgeltfinanzierten Leistungen hinaus - zu verwirklichen. Dies sehen wir als Wertschätzung unserer Arbeit im Diasporahaus.
Vielen Dank dafür.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und besinnliche Adventszeit.
Herzliche Grüße
Gerhard Jauß
Direktor